Beruf + Pflege

Wenn Beschäftigte Angehörige pflegen – Privatangelegenheit oder Chefsache?
Künftige Herausforderung an die Personalarbeit


"Wir werden immer weniger und älter." - so lässt sich auf den Punkt bringen, was diverse statistische Prognosen hinsichtlich der demographischen Entwicklung in Deutschland zeigen. Was heißt das konkret für die Arbeitswelt? Im Zeitraum 2017 bis 2024 werden jeweils 40% der Personen im Erwerbsalter der Gruppe der 30 bis 49-Jährigen und 50 bis 65-Jährigen angehören. Das heißt, in weniger als 5 Jahren wird fast jeder zweite Erwerbstätige über 50 Jahre alt sein. Welche enormen Herausforderungen dies für die Personalarbeit hinsichtlich Arbeitsgestaltung, Personalentwicklung, Gesundheitsmanagement etc. bringt, liegt auf der Hand. Doch es kommt ein ganz wesentlicher Aspekt hinzu: Bereits ab etwa dem 45. Lebensjahr sind v.a. weibliche Erwerbstätige zunehmend mit Aufgaben der Pflege von Angehörigen befasst und sehen sich mit Fragen der Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Pflege konfrontiert. Damit gibt es heute bereits mehr berufstätige Frauen, die pflegen als Kinder unter sechs Jahren erziehen.

Während die Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit der Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen im Unternehmen zur Fachkräftebindung und Fachkräftegewinnung bereits fester Bestandteil in der Unternehmenspolitik ist, spielt in vielen Unternehmen das Thema Beruf und Pflege (noch) kaum eine Rolle. Das Ergebnis einer GfK- Befragung unter 500 Unternehmen belegt: Weder die Vielzahl möglicher Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege noch deren oft einfache und kostengünstige Umsetzung ist bekannt! Lediglich 38 % der Personalentscheider haben sich bislang mit dem Thema der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im eigenen Betrieb befasst. Nur 29 % können entsprechende betriebliche Angebote bzw. Maßnahmen benennen. 83 % der Befragten geben an, dass sie sich aufgrund eines Mangels an Umsetzungshilfen und Praxistipps für den Einstieg in das Thema nicht gut gewappnet fühlen.

Eine erneute Befragung von Unternehmen in der Leipziger Region, die im Auftrag des Sächsischen Ministeriums für Soziales aus Mitteln des ESF von der ZAROF. GmbH Leipzig durchgeführt wird, soll nun Aufschluss darüber geben, wie sich die Situation in den letzten Jahren entwickelt hat, welche Handlungserfordernisse gesehen werden und was bereits konkret getan wird. Darüber hinaus gibt es für 5 Klein – und mittelständischen Unternehmen die Möglichkeit als betriebliches Modellvorhaben professionelle Unterstützung bei der Ermittlung von Bedarfen und Handlungserfordernissen, bei der Definition der Handlungsfelder sowie der Entwicklung von konkreten Maßnahmen und deren Umsetzung im Unternehmen in Anspruch zu nehmen.

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